Fair Fashion…Was ist schon fair?

Da ich mich die letzten Monate intensiv mit meiner Masterarbeit (Stellenwert von Fair Fashion) beschäftigt habe und ich sie endlich erfolgreich abgegeben habe (yeaaayyy), möchte ich euch nun an ein paar Gedanken dazu, teilhaben lassen. Also:

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit eigentlich in der Modebranche? Wie steht ein 0815 Konsument zu Fair Fashion, der sich nicht intensiv mit Mode und/oder Nachhaltigkeit beschäftigt? Und wer trägt eigentlich die Verantwortung?

Eines der überraschendsten Ergebnisse für mich war folgendes: Es hat sich herausgestellt, dass schlechte Arbeitsbedingungen zwar bekannt sind, die tatsächlich miesen Bedingungen, die in der Textilindustrie herrschen, aber einfach nicht so schwerwiegend wahrgenommen werden…es sei denn, es handelt sich um absolute Billigketten wie kik oder Primark. Kauft man jedoch bei höherpreisigen Ketten wie beispielsweise Tommy Hilifiger, Marco Polo, o.ä. wird automatisch angenommen, dass diese Produkte eine höhere Qualität haben und diese dadurch auch unter annehmlichen bzw. besseren Arbeitsbedingungen hergestellt worden sind…Um ehrlich zu sein, hat mich dieses Ergebnis wahnsinnig schockiert, denn eindeutig fehlt es hier enorm an Aufklärungsarbeit…Etwas Erfreuliches ist jedoch erwähnenswert: preislich wird Fair Fashion nicht als überteuert wahrgenommen und auch optisch wird es nicht weniger stylish oder fashionable gesehen als Fast Fashion – also wäre doch eigentlich schön, wenn man sich doch mehr Gedanken machen würde und einen höheren Preis nicht einfach so mir nichts, dir nichts, fairen Arbeitsbedingungen gleich stellt.

“Das Volk frisst, was du ihm hinwirfst”

Wenn da nur nicht diese fehlende Transparenz wäre….denn was ist denn nun tatsächlich fair und was nicht? Nachhaltigkeit, wird oft nur als Marketingtool wahrgenommen, oder eben anders rum –  lieber ein bisschen nachhaltig sein und gewissen “Conscious”-Linien vertrauen und nicht weiter nachfragen, weil “schlussendlich tragen ja eh die Unternehmen die Verantwortung”. Tja, schön wäre es wenn die Unternehmen tatsächlich eine Verantwortung tragen würden, aber leider tun sie es nicht…also bleibt es schlussendlich doch am Konsumenten, die moralisch richtigen Entscheidungen zu treffen.

Somewhere somebody is paying the price

Naja kurz und bündig das Fazit: Wir Konsumenten tragen eine Verantwortung und darauf sollten wir auch laufend aufmerksam gemacht werden, weil anscheinend gerät diese Verantwortung einfach viel zu schnell in Vergessenheit, wenn uns das nächste T-Shirt um 4,90 Euro schon entgegenwinkt…Da sollten wir uns doch fragen: “Kann das sein?” Wünschenswert wäre natürlich, wenn uns Konsumenten  diese Verantwortung ein bisschen abgenommen werden würde, denn eigentlich ist das gar nicht so eine kleine Aufgabe zwischen all unseren Alltagsproblemchen. Markt- oder Einfuhrregulierungen, Kontrollen oder zumindest ein einheitliches Gütesiegel, auf das sich auch Konsumenten verlassen können, die sich nicht laufend mit nachhaltiger Mode auseinandersetzen, wären natürlich eine große Abhilfe  (kleiner Spoiler 😉 : mehr zum Thema Gütesiegeldschungel gibt’s nächste Woche) – aber bis es soweit ist, bleibt uns auf alle Fälle eine gewisse Verantwortung, die wir definitiv auch zur Kenntnis nehmen sollten. Denn je mehr Aufmerksamkeit diesem Thema geschenkt wird, desto eher kann sich schließlich auch was ändern, wie beispielsweise der Aufschwung von biologischen und/oder regionalen Lebensmitteln. Wäre doch schön, wenn auch Fair Fashion in diese Richtung gehen könnte.

 

 

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6 Comments Add yours

  1. intrinsistin says:

    Wie wahr! Ich denke aber auch, dass sich mittlerweile eine steigende Anzahl von Menschen durchaus mit fast fashion auseinander setzt. Vielleicht schaffen wir es zudem, unter anderen mit Artikeln wie deinem, noch mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen.
    Vielen Dank dafür 🙂
    Liebe Grüße
    Intrinsistin
    https://intrinsistin.wordpress.com/

  2. Corinna says:

    Wie Recht du hast! Es ist schon etwas traurig. Ich wünschte, jeder müsste in der Schule wenigstens einmal Filme wie The True Cost anschauen. Dann könnte man nicht mehr wegsehen oder zumindest nicht sagen, man wusste nichts davon..
    Alles Liebe
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

    1. Hallo Corinna, ja ich bin ganz deiner Meinung!! Je mehr man damit konfrontiert wird, desto mehr Gedanken macht man sich, denke ich.
      Lieben Gruß
      Julia

  3. 4urday says:

    Da weist du wirklich auf ein wichtiges Thema hin! Gerade in Zeiten wo Primark auf dem Vormarsch ist, muss man sich Gedanken machen wo kaufe ich was und brauche ich jedes Jahr eine neue Montour Sommersachen im Kleiderschrank. Ich versuche im Moment einfach Dinge, die ich bereits habe neu zu kombinieren.

    Liebe Grüße

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