The hands that sew your shirt

Gestern Abend fand die Premiere der Films „The hands that sew your shirt“ in der Urania statt und auch wir waren mit dabei. Care Österreich hat den Film Anfang dieses Jahres, also noch vor dem Fabrikseinsturz im April, in Bangladesch gedreht. Die Hauptdarstellerin Sabina ist Teil des Care-Projekts SEEMA (Solidarity and Empowerment through Education, Motivation and Awareness) und wurde zwei Wochen lang in ihrem Alltag als Hilfsarbeiterin einer Kleiderfabrik  begleitet. Sabina ist 17 Jahre alt und begann mit 13 in der Hauptstadt Dakah zu arbeiten, um ihre Familie vom Land zu unterstützen. Im SEEMA-Projekt lernen Arbeiterinnen rechnen, lesen, schreiben und erhalten eine Ausbildung zu Näherinnen, um nicht mehr als Hilfsarbeiterinnen arbeiten zu müssen. In Gruppengesprächen können sie sich offen über ihre Probleme austauschen und bekommen Unterstützung. Care sensibilisiert aber auch Behörden, Unternehmen und vor allem Männer für die Lage der Arbeiterinnen.
 
Der Trailer:
 
 
Das Schöne am Film ist, dass er wirklich das Gesicht hinter dem Kleidungsstück zeigt. Es wird einem bewusst gemacht, dass hinter jedem Stück das man trägt eine Person mit ihrer Geschichte steht. Sabina hat auch mehrmals betont, dass sie gerne arbeitet und dass sie auch weiter arbeiten möchte und nicht zurück in ihr Dorf will um dort zu heiraten. Die Message des Films war daher für mich, nicht Bangladesch zu boykottieren, sondern für eine bessere Situation zu kämpfen. Obwohl ich mir ehrlich gesagt im Augenblick schwer tu Bangladesch nicht zu boykottieren. Ein kleiner Kritikpunkt an der Vermarktung des Filmes: Wir hatten im Vorhinein angenommen es ginge um die allgemeine Situation in Bangladesch und nicht nur um das Care-Projekt. Trotzdem ist der Film mehr als sehenswert und wir können ihn nur weiterempfehlen.
 
 
Am anschließenden Podium diskutierten dann Michaela Königshofer (Clean Clothes Kampagne), Nunu Kaller (Blog Ich kauf nix – Ein Jahr ohne Kleidungskauf), Thomas Haunschmid (CARE) zum Thema „Was können wir KonsumentInnen tun?“. Gute ExpertInnen, die alle relevanten Punkte ansprachen und Alternativen vorstellten, wobei natürlich einige Themen nur angerissen werden konnten.  Nur die Moderatorin war leider eine unglückliche Wahl, die anscheinend der Meinung war, dass KonsumentInnen sowieso nichts tun könnten. Daher hatte sie wohl das Bedürfnis  jegliche genannten Alternativen abzuwerten und sie nicht ernst zu nehmen. Dafür hat uns gestern Nunu umso mehr gefallen! Ein großes Lob an sie, wie sie sympathisch Leid und Freud eines kritischen Konsumenten auf den Punkt gebracht hat. 
 
Der Film wird demnächst in Programmkinos gezeigt. Nähere Infos zum Film: http://care.at/alle-news/16081-wissen-sie-wer-ihr-t-shirt-naeht
 
Wir haben gemeinsam mit der Sicherheitsnadel die drei Podiumsmitglieder interviewt, die Videos gibt es bald hier: http://www.youtube.com/user/FairFashionTV?feature=watch
 
– Manuela
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